Ein Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Sächsischer Weihnachtsstollen

Vom Fasten- zum Festgebäck

Der Christstollen ist vermutlich das älteste Weihnachtsgebäck in Deutschland. Ursprünglich wurde Stollen als mageres Fastengebäck für die enthaltsame christliche Adventszeit nur aus Wasser, Mehl und Hefe zubereitet.

Nach Vorschrift der katholischen Kirche durften Stollen kein Fett enthalten. Erst Papst Innozenz der VIII. hat dieses Verbot Ende des 15. Jahrhunderts aufgehoben und die Zugabe von Butter erlaubt. Das war die Geburtsstunde des Christstollens, wie wir ihn heute kennen.

In den unterschiedlichen sächsischen Landesteilen wird der Weihnachtsstollen je nach Region durch Beigabe von verschiedenen Fetten und Trockenfrüchten gebacken. Jeder Bäcker arbeitet nach eigenem, oftmals von Generation zu Generation weitergegeben Rezept.


Erzgebirgischer Stollen

Schon um 1750 kannte man in Deutschland den „Stollen aus dem Erzgebirge“. Hier und auch im benachbarten Vogtland wird die Stollentradition durch eine Vielzahl von Bäckereien aufrecht erhalten – und erfolgreich fortgeführt. In manchen Familien ist es zudem üblich, den eigenen Weihnachtsstollen nach altem Familienrezept selbst zu backen.

Erzgebirgischer Stollen

Die Rezepturen für die Stollen sind vielfältig: Neben dem Butterstollen gibt es Kreationen wie Mandelstollen, Schokoladenstollen, Mohnstollen oder aber Rezepte mit besonderen Früchten wie z.B. Aprikosenstollen. So bietet sich allen Genießern ein abwechslungsreicher und auf die persönlichen Vorlieben abgestimmter Genuss.

Stollenkonfekt

Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Auch die Stadt Dresden steht in enger Verbindung mit der sächsischen Stollentradition. Der klassische Dresdner Christstollen ist ein besonders reichhaltiger Butter-Rosinen-Stollen. Seit 2010 sind die Bezeichnungen „Dresdner Christstollen“, „Dresdner Stollen“ und „Dresdner Weihnachtsstollen“ geschützte geografische Angaben. Somit dürfen nur Stollen, die im Großraum Dresden hergestellt werden, diese Namen tragen. Die Zutaten für Dresdner Stollen sind zudem streng geregelt.


Der Stollenanschnitt – gewusst wie…

Aufgrund der Fastenzeit im Advent, wurde der reichhaltige Christstollen früher traditionell erst am Heiligabend angeschnitten. Manch einer vermag auch heute noch, dem köstlichen Gebäck so lange zu widerstehen. In den meisten Familien wird der Stollen jedoch mittlerweile über die gesamte Weihnachtszeit hinweg genossen.

Damit der Stollen seine Feuchtigkeit bis zum letzten Stück bewahrt, schneidet man den Stollen nicht vom Ende her an, sondern teilt ihn in zwei Hälften und schneidet von der Mitte nach außen.

Wussten Sie …?

Um 1450 versuchte man, in den Formen der Backwaren kirchliche Symbole wiederzugeben. So sollten Pfannkuchen (in manchen Regionen als Berliner bekannt) den Schwamm darstellen, mit dem der Heiland am Kreuz getränkt wurde und die Brezel die Fessel, die der Herr tragen musste. Der Stollen verkörpert schließlich das in Windeln gewickelte Christkind.