Ein Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Buckelbergwerk

Ein tragbares Bergwerk auf dem Rücken

Der Reichtum an Bodenschätzen sicherte im Erzgebirge einst vielen Familien das Brot und gab dem Mittelgebirge seinen Namen. Die Erwartungen an die Bergleute waren sehr hoch. Sie mussten tagein, tagaus schwerste körperliche Arbeit unter widrigen Bedingungen leisten. Nur so konnten sie ihre Familien ernähren.

Bergfertige mussten sich nach anderen Verdienstquellen umschauen

Wenn ein Bergmann auf Grund der hohen Belastungen seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, gerieten er und somit seine ganze Familie in eine schwierige soziale Lage. Um die finanzielle Notlage zu verringern, nutzten diese „Bergfertige“ genannten invaliden Bergleute das Publikum auf Volksfesten und Jahrmärkten, um mit „Buckelbergwerken“ aufzutreten und somit Geld zu verdienen.

Mechanische Kleinode zeugen vom Können der Erzgebirger

Buckelbergwerke sind tragbare Kästen, die eingebaute Bergwerksmodelle enthalten. Ihr Name gibt die Transportart dieser Modelle wieder, denn der Rücken wird im Erzgebirge umgangssprachlich als „Buckel“ bezeichnet. An den realistischen Modellen erklärten die Bergfertigen den Besuchern der Märkte die Arbeit unter Tage. Der Ablauf der Rohstoffförderung ist dabei in Szenen gegliedert, die auf unterschiedlichen Etagen angesiedelt sind.

Die Buckelbergwerke zeugen eindrucksvoll vom handwerklichen Können der Erzgebirger. Der Antrieb erfolgt mittels Kurbel oder Federaufzug. Die Figuren bewegen sich, fahren in den Stollen ein oder schieben beladene Hunte. Häufig sorgen akustische Effekte wie das Klopfen des Hammerwerkes oder läutende Glöckchen für noch mehr Realitätsnähe.

Heute kann man in einigen Museen im Erzgebirge noch funktionsfähige Buckelbergwerke bewundern und sich dabei sowohl vom Ideenreichtum, als auch von der schweren Arbeit der Bergleute überzeugen.