Ein Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Gottfried Silbermann

Sachsens Klang und Gloria

Nicht nur Christen zieht es besonders zur Weihnachtszeit zu stimmungsvollen Orgelandachten und -konzerten in die Kirche. Berauscht vom raumfüllenden Klang fragt man sich mitunter, welches Genie dieses majestätische Instrument wohl erschaffen hat. Insbesondere im mitteldeutschen Raum steckt meist Gottfried Silbermann hinter der Königin der Instrumente. Wer war der Meister seines Fachs und was macht die Silbermann-Orgeln so einzigartig?

Der große Orgelbauer Gottfried Silbermann

Der am 14.01.1683 in Kleinbobritzsch im Erzgebirge (in der Nähe von Freiberg) geborene Gottfried Silbermann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Orgelbauer und prägte mit seinem Schaffen die barocke Musikkultur maßgeblich. Die von ihm zusammen mit seinem Bruder Andreas Silbermann und später dessen Sohn Johann Andreas Silbermann gebauten Orgeln bestechen durch ihre ausgefeilte Konstruktion, ihre Detailverliebtheit sowie die verwendeten hochwertigen Materialien, welche den Orgeln eine lange Lebensdauer bescheren. Auffällig sind ebenfalls die meist prunkvollen Verzierungen der Orgeln mit Holzschnitzereien – ein Handwerk, welches der Vater Silbermanns früh an seinen Sohn weitergab.


Silbermanns Schaffen

Nach seiner Kindheit, die Silbermann im erzgebirgischen Frauenstein verbrachte, ging er zusammen mit seinem Bruder nach Straßburg, um dort das Orgelbauerhandwerk zu erlernen. Als er nach achtjähriger Lehr- und Schaffenszeit in Frankreich nach Sachsen zurückkehrte, machte er sich sogleich an den Bau der Orgel im Freiberger Dom St. Marien. Einige Jahre und zahlreiche Orgelneubauten später ernannte ihn Kurfürst Friedrich August I. zum Hof- und Landorgelbauer von Sachsen.

Bemerkenswert für die damalige Zeit war sein ausgeprägtes Gespür für die Wirtschaftlichkeit seines Orgelbaus sowie sein frühes Streben nach regionaler Monopolstellung. Aus diesem Grund lehnte er selbst lukrative, prestigeträchtige Aufträge aus dem Ausland – etwa dem St. Petersburger Zarenhof – grundsätzlich ab und konzentrierte sich stattdessen ausschließlich auf Aufträge aus der Region.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1753 in Dresden blieb Silbermann seiner sächsischen Heimat treu und erschuf insgesamt 50 Orgeln sowie zahlreiche besaitete Tasteninstrumente (z.B. Cembali).


Ein großes musikalisches Erbe

Ein Großteil seiner Orgeln ist bis heute erhalten und erstrahlt nach teils aufwändigen Rekonstruktionen in altem Glanz und bewährt klarem Klang. Freiberg war zeitlebens das Zentrum Silbermanns Schaffens und ist heute mit dem Sitz der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft der Dreh- und Angelpunkt der Sächsischen Orgelmusikszene. Zahlreiche namhafte, internationale Organisten finden sich jedes Jahr zu großen Orgelkonzerten, Wettbewerben und Symposien ein und tragen damit das Erbe Silbermanns auch im 21. Jahrhundert fort.