Hutzenabend

Erzgebirgische Gemütlichkeit beim Hutzenabend

Der Hutzenabend ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtszeit im Erzgebirge. Gemeinsames Essen und Trinken, Singen und Geschichten erzählen sind typisch für diese Zusammentreffen. Hutzenabende, erzgebirgisch auch „Hutznohmd“ genannt, wurden ursprünglich von den Frauen der Bergarbeiter ins Leben gerufen. Der erzgebirgisch-vogtländische Begriff „Hutzen“ bedeutet dabei soviel wie „zu den Nachbarn auf Besuch gehen“ oder „zusammenrücken“.

Die Tradition des Klöppelns

Mitte des 16. Jahrhunderts war der Bergbau längst nicht mehr so ertragreich wie in seiner Blütezeit. Durch steigende Kosten für die Erzgewinnung sanken die Erträge – und damit auch die Löhne der Bergmänner. Um das Überleben zu sichern, mussten auch die Frauen der Bergleute Geld für die Familie verdienen. Arbeit fanden sie bei Barbara Uthmann, die ihre Leidenschaft für das Klöppeln an andere Frauen weitergab und deren Erzeugnisse gewinnbringend verkaufte. Annaberg aber auch Schwarzenberg, Scheibenberg und Schneeberg wurden zu wichtigen Produktions- und Handelsstätten für erzgebirgische Klöppelerzeugnisse.

Hutzenabende als gemütliches Beisammensein

Die Winter konnten dunkel, kalt und einsam sein. Um der Einsamkeit vorzubeugen, aber auch um Heizmaterialien zu sparen, trafen sich die Klöpplerinnen häufig zu gemeinsamen Abenden in den Stuben. Hier gingen sie ihrer Arbeit nach. Um Abwechslung zu schaffen, wurde gesungen und Geschichten erzählt. Anwesende Männer schnitzten, rauchten oder musizierten. Die Bewirtung wurde jedes Mal von einer anderen Familie übernommen. Die „Hutznstube“ und somit die Tradition des „Hutzens“ war geboren.

Hutzenabende heute

Die Tradition des Hutzenabends wird auch in heutiger Zeit gepflegt. Im Erzgebirge trifft man sich in der Winterzeit nach alter Tradition in den Hutzenstuben und verbringt gemeinsame Zeit. Auch kommerziell sind Hutzenabende zu neuer Verbreitung gekommen. Eine Reihe von Gasthöfen und Pensionen laden unter dieser Bezeichnung zu geselligen Abenden mit Musik und Unterhaltung ein. Steht auch das Klöppeln nicht mehr im Mittelpunkt des Hutzenabends, so ist es doch noch immer ein Treffen, bei dem „zusammengerückt“ und sich rege ausgetauscht wird.