Ein Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Reifendrehen

…in Seiffener Schauwerkstätten

Auch wenn das Ende der Weihnachtszeit naht, muss es mit der weihnachtlichen Stimmung nicht schon bald vorbei sein. In Seiffen zum Beispiel kann man sächsische Weihnachts-

traditionen in verschiedenen Manufakturen, Schauwerkstätten, Museen und Ausstellungen ganzjährig erleben. So zum Beispiel auch in der Seiffener Reifendreherei des Inhabers

Christian Werner. Dort hält man die volkskünstlerische Tradition des Reifendrehens mit deren Erzeugnissen und der ursprünglichen Art und Weise ihrer Fertigung lebendig.


Das Reifendrehen – ein weltweit einzigartiges Handwerk…

Das Reifendrehen entstand um das Jahr 1800 im kleinen Erzgebirgsort Seiffen und zählt zu den beeindruckendsten Handwerkstechniken, die die Seiffener Spielwarenmacher hervorgebracht haben. Heute sind die kleinen hölzernen Reifentiere und -figuren fester Bestandteil der Erzgebirgischen Volkskunst. Dabei wird die altehrwürdige Technik des Reifendrehens weltweit von nur noch acht Handwerkern beherrscht. Denn neben körperlicher Kraft erfordert sie vor allem feines Formgefühl und ein außergewöhnliches Vorstellungsvermögen.

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

…und der Vorstoß für die Seiffener Spielzeugindustrie

Zur damaligen Zeit war es kaum möglich, Tiere aus gedrechselten Einzelteilen mithilfe der vorhandenen Wasserkraft herzustellen. Die Erfindung des Reifendrehens war deshalb eine

kleine Sensation. Sie bedeutete den Durchbruch bei der Herstellung von Spielzeugtieren und eine enorme Bereicherung des Spielzeugsortiments. Jahrhundertelang hat diese

Technologie seitdem die Seiffener Spielwarenfertigung und deren Ausdruckskraft sowie Eigenständigkeit geprägt.


Wie werden die kleinen Holztiere gefertigt?

Die Reifentiere entstehen aus einem geeigneten, möglichst rissfreien Holzstück auf einer besonderen Holzdrehbank. Zunächst werden mit verschiedenen Drehstählen händisch präzise Rillen und Kerben in das noch feuchte und vorher sorgfältig ausgewählte Fichtenholz gedreht, sodass ein Holzring mit einem Durchmesser von etwa 30 bis 50 Zentimetern entsteht.

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

Der Reifen besitzt nun im Querschnitt die Kontur der gewünschten Figur. Anschließend werden die Figuren-Rohlinge mit Hammer und Messer wie Scheiben vom Holzreifen abgespalten und die Tiere in ihrem typischen Profil freigelegt.

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Foto: Anna Werner

In weiterverarbeitenden Schritten werden die kantigen Rohteile beschnitzt, mit Zubehörteilen versehen und ihrem Typ entsprechend bemalt.


Verbindung von Kunsthandwerk und serieller Produktion

Die Herstellung der Reifentiere erfolgt in einer Manufaktur. Das Reifendrehen bedeutet folglich eine Massenherstellung in individueller Handarbeit, da es schneller und damit auch billiger als das rein manuelle Schnitzen ist. Es ist die Grundlage für die händische Produktion, um Erzeugnisse mit individuellem Charakter, Unikate traditioneller und neuer vielgestaltiger Formen entstehen zu lassen.

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Produkte: Die Welt der hölzernen und doch ganz lebendigen Tiere

Es entstehen heute sowohl exotische Tiere aus fernen Ländern als auch Haustiere vom heimischen Bauernhof oder Bewohner der erzgebirgischen Wälder. Auch Bäume oder menschliche Figuren gehören mittlerweile zum Sortiment. Die Figuren dienen als Spielzeug oder zum Ausschmücken von Weihnachtspyramiden und -krippen.

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt

Reiffendrehen Seiffener Schauwerkstatt


Die Sendung mit der Maus zu Besuch in der Reifendreherei Seiffen des Inhabers Christian Werner