Ein Angebot der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Spieldose

Der liebliche Klang von weihnachtlicher Musik ist die ideale Einstimmung in die besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.

Besonders Spieldosen faszinieren dabei mit ihren bezaubernden Melodien die ganze Familie und erwecken herzerwärmende Erinnerungen.

Sie erfüllen den Raum mit Gemütlichkeit und lassen besinnliche Momente in die festlich geschmückten Stuben einziehen.


Vom Zauber des Anfangs…

Begonnen hat die Entwicklung der Spieldose als eines der ältesten mechanischen Musikinstrumente gegen Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Erfindung der sogenannten Zungenspielwerke. Dabei wurde in der Herstellung anfangs jede Tonzunge sehr mühselig einzeln angefertigt, aufeinander abgestimmt und auf einen Zungenbalken aufgeschraubt. Als es 1790 schließlich gelang, vier bis fünf Tonzungen aus nur einem Stück anzufertigen, bedeutete dies eine große Erleichterung für die Herstellung. Der Weg für den Erfolgszug der Spieldose war geebnet.


Die Geburtsstunde der Spieldose

Antoine Favre, ein Uhrmachermeister aus Genf, suchte nach einer Möglichkeit, besondere Klänge für die Zukunft aufbewahren zu können. 1796 kam er auf die Idee, sich die Eigenschaften der Stimmgabel und des Federnblattes zunutze zu machen.

Dabei erfand er die weltweit erste Spieldose. Das Instrument konnte ausschließlich mechanisch spielen, indem es mittels einer Stiftwalze mehrere Stahlzungen verschiedener Längen in Schwingung brachte.

Der Grundstein für die Spieldose, wie wir sie heute kennen, war gelegt.


Die Entwicklung steht nicht still

Durch ein besonderes Verfahren konnte ab 1810 schließlich der sogenannte Spielkamm hergestellt werden, bei dem nur noch die einzelnen Zungen auf einen bestimmten Ton abgestimmt werden mussten. Er bestand aus Stahl und hatte von kurz nach lang abgestufte Zähne.

An dem Spielkamm lag ein mit stahlstiften besetzter Zylinder an, welcher die Zungen durch eine Drehbewegung in Schwingung brachte.

Somit erklang die atmosphärische Melodie, welche uns auch heute noch zur Adventsszeit viel Freude bereitet

 

 

und mittlerweile zum festen Bestandteil der sächsischen Weihnacht geworden ist.

Ursprünglich bestand die Spieldose aus einer schlichten Holzdose, auf der kleine Engelsfiguren zu einer Melodie tanzten. Sie wurde ausschließlich von Hand angetrieben.

Die heutige Aufzugmechanik gibt es erst seit ca. 80 Jahren.


Die Spieldose heute

Heute gibt es die Spieldose weltweit in verschiedensten traditionellen und modernen Ausführungen.

Die Vielfältigkeit ihrer Darstellung, Bemalung und Ausstattung lässt uns staunen.

Hergestellt werden sie zum Beispiel im Holzkasten, als Spieluhren, eingebaut in Schmuckkästen oder klassisch mit darauf tanzenden Figuren.

Gestalterische Elemente wie Engelsminiaturen sowie die Geburt Christi sind sehr beliebt.

Auch Miniaturwelten aus bekannten Märchen und Sagen verzaubern die Menschen über Generationen hinweg.

Besonders begehrt sind dabei Spieldosen aus dem Erzgebirge, da ihnen eine besondere Mechanik zugrunde liegt, sie aufwendig und liebevoll gestaltet sind und einen unverwechselbaren Klang besitzen.

Vor allem zu Weihnachten lässt die Spieldose einen längst vergessenen Zauber in uns wieder zum Leben erwecken und uns zurückerinnern an den ein oder anderen wohligen Moment aus unserer Kindheit.


Die zeitlose Schönheit der Spieldose

Auch zu allen anderen Jahreszeiten erfreut die Spieldose mittlerweile ihre Besitzer.

So stellt sie zunehmend Landschaften, Bäume, Waldarbeiter und andere Berufe und Szenen dar.

Mit bunten Blumen und Frühlingsmotiven verziert, dekoriert sie auch zu Ostern die Stuben.

Ob detailreich oder schlicht: Die Auswahl ist heute grenzenlos.


Auch die Spieldose kommt an der Digitalisierung nicht vorbei

Seit 2009 sind komplett elektronische Spieldosen erhältlich. Ihr Vorteil: Sie besitzen mehrere auswechselbare Motivplattformen und können über USB oder Bluetooth mit dem Handy oder PC verbunden werden. Dadurch werden verschiedene Lieder oder auch Sprachnachrichten in beliebiger Lautstärke abspielbar. Die Entscheidung, ob der Klang wirklich besser ist oder man lieber den leicht quietschenden mechanischen Spieldosen lauscht, liegt wohl im Ohr des Zuhörers.


Die Spieldose kommt ganz groß raus

1998 erreichte die Chemnitzer Weihnachtsspieldose eine Eintragung in das Guinnesbuch der Rekorde als weltgrößte Spieldose. Aufgrund ihres Drehtellers mit einem beachtlichen Durchmesser von 4,40 m war sie lange Zeit die Bekannteste ihrer Art. Sie zeigt die Bescherung in einer Weihnachtsstube.

Um den festlich geschmückten Weihnachtsbaum drehen eine Eisenbahn, ein Nussknacker und eine

Reiterfigur spielerisch ihre Runden, der Weihnachtsmann zieht seinen mit Geschenken beladenen Schlitten. Immer halbstündlich lässt die Spieldose weihnachtliche Melodien erklingen.

Übertroffen wird sie mittlerweile nur von der Spieldose, die in Neuhausen, bei uns im Erzgebirge, bestaunt werden kann. Das dort ansässige Nussknackermuseum, welches übrigens auch das erste Europas ist, ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Angelehnt an das Märchen vom Nussknacker und zur Musik aus der Nussknackersuite öffnen sich täglich zur vollen Stunde die riesigen Tore der Spieldose und haben schon so manche Augen zum Glänzen gebracht.

Auf ihrem Drehteller drehen fünf große Figuren mit Höhen von bis zu 2,10 m ihre Runden. Insgesamt hat die Spieldose einen Durchmesser von 5 m.